Daten & Vergleich: Wie häufig Bluthochdruck in Deutschland dokumentiert wird, welche Datenquellen unterschiedliche Werte zeigen und wie Deutschland im europäischen Vergleich steht, lesen Sie in unseren Bluthochdruck-Statistiken 2026.
Was bedeuten die zwei Blutdruckwerte?
Der Blutdruck wird mit zwei Werten angegeben: Der systolische Wert (obere Zahl) misst den Druck, wenn das Herz sich zusammenzieht und Blut in die Arterien pumpt. Der diastolische Wert (untere Zahl) misst den Druck, wenn das Herz zwischen zwei Schlägen entspannt. Beide Werte werden in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben.
Blutdrucktabelle nach ESC/ESH 2018
| Kategorie | Systolisch (mmHg) | Diastolisch (mmHg) |
|---|---|---|
| Optimal | < 120 | < 80 |
| Normal | 120–129 | 80–84 |
| Hoch-normal | 130–139 | 85–89 |
| Hypertonie Grad 1 | 140–159 | 90–99 |
| Hypertonie Grad 2 | 160–179 | 100–109 |
| Hypertonie Grad 3 | ≥ 180 | ≥ 110 |
Diese Blutdrucktabelle drucken
Gibt es eine Blutdrucktabelle nach Alter?
Viele suchen nach einer Blutdrucktabelle nach Alter. Wichtig zu wissen: Die offiziellen Leitlinien (ESC/ESH) definieren keine altersabhängigen Normal- oder Zielwerte. Die Grenzwerte in der Tabelle oben gelten für alle Erwachsenen gleichermaßen, unabhängig vom Alter und vom Geschlecht. Ein Wert ab 140/90 mmHg ist mit 70 Jahren genauso behandlungsbedürftig wie mit 40.
Richtig ist: Mit zunehmendem Alter steigt der durchschnittlich gemessene Blutdruck in der Bevölkerung, weil die Gefäße steifer werden. Das bedeutet aber nicht, dass höhere Werte im Alter gesund oder normal wären. Kursierende Tabellen, die mit steigendem Alter höhere Normalwerte angeben, sind nicht leitlinienkonform und können einen behandlungsbedürftigen Bluthochdruck verharmlosen.
Auch zwischen Frauen und Männern sind die Grenzwerte identisch. Frauen haben vor den Wechseljahren im Durchschnitt etwas niedrigere Werte, die Zielwerte unterscheiden sich jedoch nicht. Orientieren Sie sich also unabhängig von Alter und Geschlecht an der Tabelle nach ESC/ESH.
Blutdruck bei Frauen: Pille, Schwangerschaft und Wechseljahre
Viele Nutzerinnen suchen gezielt nach einem Blutdruckrechner für Frauen. Die Einordnung oben gilt unverändert: Auch für Frauen ist ein Wert unter 120/80 mmHg optimal, ab 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck. Es gibt jedoch drei Lebensphasen, in denen der Blutdruck bei Frauen besondere Aufmerksamkeit verdient.
Hormonelle Verhütung: Kombinierte Präparate mit Östrogen, etwa die klassische Antibabypille, können den Blutdruck leicht erhöhen. Wer hormonell verhütet, sollte die Werte mindestens einmal im Jahr kontrollieren lassen, bei bekannten Risikofaktoren häufiger.
Schwangerschaft: Werte ab 140/90 mmHg gehören in der Schwangerschaft immer in ärztliche Abklärung, da sie auf eine Schwangerschaftshypertonie oder eine Präeklampsie hinweisen können. Ihre aktuelle Schwangerschaftswoche bestimmen Sie mit dem SSW-Rechner.
Wechseljahre: Nach der Menopause steigt der Blutdruck bei Frauen im Durchschnitt stärker an als bei gleichaltrigen Männern, weil die gefäßschützende Wirkung der Östrogene entfällt. Gerade dann lohnt es sich, morgens und abends zu messen und die Werte schriftlich festzuhalten, damit Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Verlauf beurteilen kann.
Ursachen und Risikofaktoren von Bluthochdruck
In den meisten Fällen lässt sich keine einzelne Ursache benennen, man spricht dann von primärer oder essenzieller Hypertonie. Begünstigt wird sie durch Übergewicht, Bewegungsmangel, hohen Salz- und Alkoholkonsum, Rauchen, chronischen Stress und eine familiäre Veranlagung. Auch das Alter spielt eine Rolle, da die Gefäße mit den Jahren steifer werden. Seltener steckt eine andere Erkrankung dahinter, etwa der Nieren oder der Schilddrüse, das nennt man sekundäre Hypertonie. Tückisch ist, dass Bluthochdruck über Jahre keine Beschwerden verursacht und dennoch Herz, Gehirn, Nieren und Augen schädigt.
Wann sollte ich zum Arzt?
Eine einzelne Messung ist keine Diagnose. Der Blutdruck schwankt im Tagesverlauf und wird durch Stress, Koffein, körperliche Anstrengung oder sogar das Sprechen während der Messung beeinflusst. Für eine aussagekräftige Messung: 5 Minuten ruhig sitzen, Arm auf Herzhöhe, 2–3 Messungen im Abstand von 1–2 Minuten durchführen und den Durchschnitt bilden.
Bei wiederholt erhöhten Werten (ab 140/90 mmHg) suchen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Bei Werten über 180/110 mmHg mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Brustschmerzen oder Sehstörungen rufen Sie sofort den Notruf 112.
Was bedeutet mein Ergebnis?
Optimale und normale Werte bedeuten: Ihr Blutdruck ist im gesunden Bereich. Hoch-normale Werte sind ein Hinweis, auf Lebensstilmaßnahmen zu achten (Bewegung, Ernährung, Stressreduktion). Hypertonie Grad 1–3 erfordert ärztliche Abklärung und gegebenenfalls Behandlung.
Wie kann ich meinen Blutdruck senken?
Bei leicht erhöhten Werten lässt sich oft schon mit dem Lebensstil viel erreichen. Wirksam sind regelmäßige Ausdauerbewegung von etwa 30 Minuten an den meisten Tagen, eine salzärmere und gemüsereiche Ernährung nach dem DASH-Prinzip, der Abbau von Übergewicht sowie weniger Alkohol und der Verzicht auf Nikotin. Schon eine Gewichtsabnahme von wenigen Kilogramm und eine deutliche Salzreduktion können den systolischen Wert messbar senken. Reichen diese Maßnahmen nicht aus oder liegen die Werte deutlich zu hoch, verschreibt die Ärztin oder der Arzt blutdrucksenkende Medikamente, die zuverlässig wirken. Ihr persönliches Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen schätzen Sie mit unserem Herzrisiko-Rechner ab.
Grenzen des Blutdruckrechners
Dieser Rechner dient der Orientierung, nicht der Diagnose. Bluthochdruck wird nur durch eine Ärztin oder einen Arzt diagnostiziert, auf Basis wiederholter Messungen unter standardisierten Bedingungen. Auch die korrekte Messung zu Hause erfordert ein geeichtes Gerät und die richtige Technik.