Was die eGFR ist und was dieser Rechner leistet
Die eGFR steht für die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate. Sie beschreibt, wie viel Blut Ihre Nieren pro Minute filtern, bezogen auf eine standardisierte Körperoberfläche von 1,73 Quadratmetern. Der Wert ist der wichtigste Laborparameter zur Beurteilung der Nierenfunktion. Je höher die eGFR, desto besser arbeiten die Nieren in der Regel.
Dieser Rechner schätzt Ihre Filtrationsleistung aus dem Serum-Kreatinin und ordnet das Ergebnis einem der sechs CKD-Stadien zu. Damit erhalten Sie eine erste Orientierung, ob Ihr Wert im normalen Bereich liegt oder eine genauere Abklärung sinnvoll ist. Der Rechner ist ein Informationswerkzeug und kein medizinisches Diagnoseinstrument.
Die CKD-EPI-Formel 2021 und der benötigte Laborwert
Die Schätzung beruht auf der CKD-EPI-Creatinine-Gleichung von 2021. Diese Formel wurde überarbeitet, damit sie ohne den früher üblichen Korrekturfaktor für die Hautfarbe auskommt. Diese race-free Variante gilt heute als Standard, weil die Hautfarbe kein biologisch sinnvoller Faktor für die Nierenfunktion ist. In die Berechnung fließen das Serum-Kreatinin, das Alter und das Geschlecht ein.
Der entscheidende Laborwert ist das Serum-Kreatinin in der Einheit Milligramm pro Deziliter (mg/dL). Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels, das über die Nieren ausgeschieden wird. Steigt das Kreatinin im Blut, deutet das auf eine nachlassende Filtrationsleistung hin. Den Wert finden Sie auf jedem Standard-Laborbefund. Achten Sie auf die Einheit, denn manche Labore geben Kreatinin in Mikromol pro Liter an.
Die CKD-Stadien im Überblick
Die Einteilung der chronischen Nierenerkrankung (CKD) folgt der internationalen KDIGO-Leitlinie. Sie unterscheidet sechs Stadien anhand der eGFR. Die folgende Tabelle zeigt die Bereiche und ihre Bezeichnungen.
| Stadium | eGFR (ml/min/1,73 m²) | Bezeichnung |
|---|---|---|
| G1 | 90 und höher | Normale Nierenfunktion |
| G2 | 60 bis 89 | Leicht vermindert |
| G3a | 45 bis 59 | Leicht bis mäßig vermindert |
| G3b | 30 bis 44 | Mäßig bis stark vermindert |
| G4 | 15 bis 29 | Stark vermindert |
| G5 | unter 15 | Nierenversagen |
Ein Stadium G1 oder G2 bedeutet nicht automatisch eine gesunde Niere, und ein niedriger Wert ist nicht zwangsläufig ein Notfall. Erst die Gesamtschau aus eGFR, Eiweißausscheidung und zeitlichem Verlauf erlaubt eine sinnvolle Einordnung.
Was die eGFR beeinflusst und warum ein Einzelwert nicht reicht
Die eGFR ist eine Schätzung und keine direkte Messung. Mehrere Faktoren können den Wert verzerren. Eine hohe Muskelmasse erzeugt mehr Kreatinin und kann die Filtrationsleistung niedriger erscheinen lassen, als sie tatsächlich ist. Umgekehrt führt eine sehr geringe Muskelmasse zu zu optimistischen Werten. Auch das Alter senkt die eGFR natürlicherweise ab. Eine eiweißreiche Mahlzeit, Flüssigkeitsmangel, Fieber oder bestimmte Medikamente vor der Blutabnahme können das Kreatinin kurzfristig verändern.
Aus diesen Gründen reicht ein einzelner eGFR-Wert für eine Diagnose nicht aus. Für die Feststellung einer chronischen Nierenerkrankung muss die eingeschränkte Funktion über mindestens drei Monate bestehen. Ebenso wichtig ist die Albuminurie, also die Eiweißausscheidung im Urin. Sie wird zusätzlich zur eGFR bestimmt und vervollständigt das Bild. Da ein erhöhter Blutdruck die Nieren langfristig schädigt, lohnt es sich, ihn mit dem Blutdruckrechner einzuordnen. Erst der Verlauf über mehrere Messungen und die Kombination beider Parameter liefern eine belastbare Beurteilung.
Wichtiger Hinweis: kein Ersatz für die ärztliche Beurteilung
Dieser eGFR Rechner dient ausschließlich der Information und der ersten Orientierung. Er stellt keine Diagnose und ersetzt unter keinen Umständen die Untersuchung und Beratung durch medizinisches Fachpersonal. Ein auffälliger Wert kann harmlose Ursachen haben, und ein unauffälliger Wert schließt eine Nierenerkrankung nicht sicher aus.
Besprechen Sie Ihre Laborwerte und das errechnete Ergebnis immer mit Ihrer Hausarzt- oder nephrologischen Praxis. Nur dort lassen sich Ihre Werte im Zusammenhang mit Ihrer Krankengeschichte, Ihren Medikamenten und weiteren Befunden richtig einordnen. Treffen Sie keine eigenständigen Entscheidungen über Medikamente oder Lebensgewohnheiten allein auf Basis dieses Rechners.