Was der Framingham-Score schätzt
Der Framingham General CVD Risk Score wurde aus der weltberühmten Framingham-Herz-Studie entwickelt, die seit 1948 Tausende Menschen über Jahrzehnte begleitet. Das Modell berechnet die statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine Person innerhalb der nächsten zehn Jahre ein Herz-Kreislauf-Ereignis erleidet. Dazu zählen Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und die koronare Herzkrankheit.
Der Rechner setzt Ihre individuellen Werte in eine sex-spezifische Formel ein und gibt Ihr Herz-Kreislauf-Risiko als Prozentwert aus. Ein Ergebnis von 12 Prozent bedeutet beispielsweise, dass von 100 Personen mit vergleichbaren Werten statistisch etwa zwölf innerhalb von zehn Jahren ein solches Ereignis erleben. Es handelt sich um eine Schätzung für eine Gruppe, nicht um eine sichere Vorhersage für Sie persönlich.
Die Risikofaktoren und Ihre Laborwerte
In die Berechnung Ihres Herzrisikos fließen acht Angaben ein: Geschlecht, Alter, Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, systolischer Blutdruck, ob der Blutdruck medikamentös behandelt wird, ob Sie rauchen und ob ein Diabetes mellitus vorliegt. Jeder dieser Faktoren erhöht oder senkt das berechnete Risiko in unterschiedlichem Maße.
Die Cholesterinwerte erhalten Sie über eine einfache Blutentnahme bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Wichtig ist die Einheit: Dieser Rechner erwartet die Werte in mg/dL. In Deutschland werden Laborbefunde häufig in mmol/L angegeben. Rechnen Sie in diesem Fall um, indem Sie den mmol/L-Wert mit 38,67 multiplizieren. Aus 5,2 mmol/L Gesamtcholesterin werden so rund 201 mg/dL. Den systolischen Blutdruck (den oberen der beiden Werte) messen Sie selbst oder lassen ihn in der Praxis bestimmen und ordnen ihn mit dem Blutdruckrechner ein.
Die Risikokategorien im Überblick
Das berechnete Herz-Kreislauf-Risiko wird üblicherweise in drei Stufen eingeteilt. Diese Einordnung hilft Ihnen, das Ergebnis einzuschätzen, ersetzt aber keine ärztliche Bewertung. Die folgende Tabelle zeigt die gängigen Schwellenwerte.
| Bereich | Einordnung |
|---|---|
| unter 10 % | Niedriges Risiko |
| 10 % bis unter 20 % | Mittleres Risiko |
| 20 % und mehr | Hohes Risiko |
Ein niedriges Risiko bedeutet nicht, dass Sie sorglos sein können, und ein hohes Risiko ist kein unausweichliches Schicksal. Die Kategorien dienen vor allem dazu, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt zu entscheiden, ob und welche vorbeugenden Maßnahmen sinnvoll sind.
Beeinflussbare und nicht beeinflussbare Faktoren
Einige Risikofaktoren können Sie nicht ändern: Ihr Alter steigt unausweichlich, und auch das Geschlecht sowie eine familiäre Vorbelastung liegen außerhalb Ihres Einflusses. Diese Faktoren erklären, warum das berechnete Herzrisiko mit den Jahren von Natur aus zunimmt.
Viele wichtige Faktoren lassen sich jedoch gezielt verbessern. Wer mit dem Rauchen aufhört, senkt sein Herz-Kreislauf-Risiko oft schon innerhalb weniger Jahre deutlich. Was Sie ein Rauchstopp an Geld und gewonnener Gesundheit bringt, zeigt der Rauchfrei Rechner. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkorn und ungesättigten Fetten verbessert die Cholesterinwerte. Regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht, ein gut eingestellter Blutdruck und ein behandelter Diabetes wirken sich ebenfalls günstig aus. Schon moderate Veränderungen im Lebensstil können das Ergebnis spürbar verschieben.
Wichtiger Hinweis zur Aussagekraft
Dieser Herzrisiko Rechner liefert ausschließlich eine statistische Schätzung und keine medizinische Diagnose. Das Framingham-Modell wurde an einer überwiegend US-amerikanischen Bevölkerung entwickelt und bildet das Risiko in Deutschland nicht immer exakt ab. In der ärztlichen Praxis werden hierzulande häufig andere Instrumente eingesetzt, etwa der europäische SCORE2 oder das Beratungsprogramm arriba.
Verstehen Sie das Ergebnis daher als Ausgangspunkt für ein Gespräch, nicht als abschließendes Urteil. Eine verlässliche Bewertung Ihres Herz-Kreislauf-Risikos ist nur durch eine Ärztin oder einen Arzt möglich, die weitere Befunde, Ihre Vorgeschichte und Ihre individuelle Lebenssituation berücksichtigen. Bei Beschwerden oder Unsicherheit suchen Sie bitte zeitnah ärztlichen Rat.