BMI bei Männern: Was ist normal?
Der WHO-Normalbereich gilt geschlechtsunabhängig, doch Männer haben von Natur aus mehr Muskelmasse und weniger Körperfett als Frauen. Ein sportlicher Mann mit einem BMI von 26 kann völlig gesund sein, wenn der erhöhte Wert auf Muskeln zurückgeht. Als wichtiger Zusatzindikator dient der Bauchumfang: unter 94 cm gilt als unbedenklich, ab 102 cm als deutlich erhöht. Die vollständige WHO-Tabelle von Untergewicht bis Adipositas finden Sie auf unserer Seite zum allgemeinen BMI-Rechner.
Warum der BMI bei muskulösen Männern täuscht
Muskeln wiegen mehr als Fett, deshalb kann der BMI bei trainierten Männern in die Irre führen. Ein Kraftsportler mit 95 kg auf 1,80 m hat einen BMI von 29,3 und gilt laut Tabelle als übergewichtig, obwohl sein Körperfettanteil bei nur 12 bis 15 Prozent liegen kann. In solchen Fällen ist die Messung des Körperfettanteils deutlich aussagekräftiger als der BMI.
Bauchfett: das größere Risiko für Männer
Männer neigen dazu, Fett bevorzugt am Bauch einzulagern, der typische Apfeltyp. Dieses viszerale Fett umhüllt die inneren Organe und ist stoffwechselaktiv, es erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herzinfarkt stärker als Fett an anderen Körperstellen. Aussagekräftiger als der BMI ist hier das Verhältnis von Taille zu Hüfte, das Sie mit unserem Taille-Hüfte-Rechner bestimmen können.
BMI und Herz-Kreislauf-Gesundheit
Männer entwickeln Herz-Kreislauf-Erkrankungen statistisch früher als Frauen, und Übergewicht ist dabei ein wichtiger Risikofaktor. Ein dauerhaft erhöhter BMI in Kombination mit viel Bauchfett, hohem Blutdruck und ungünstigen Blutfettwerten steigert das Risiko spürbar. Mit unserem Herzrisiko-Rechner können Sie Ihr persönliches 10-Jahres-Risiko abschätzen.
Grenzen des BMI bei Männern
Der BMI sagt nichts über die Körperzusammensetzung aus. Zwei Männer mit identischem BMI von 27 können sehr unterschiedliche Gesundheitsrisiken haben, je nachdem, ob das Gewicht aus Muskeln oder Fett besteht. Für eine verlässliche Beurteilung kombinieren Sie den BMI mit Bauchumfang, Körperfettanteil und, bei Bedarf, ärztlichen Blutwerten.