Was das Taille-Hüfte-Verhältnis aussagt
Das Waist-Hip-Ratio beschreibt die Fettverteilung an Ihrem Körper. Ein hoher Wert bedeutet, dass sich verhältnismäßig viel Fett im Bauchraum ansammelt. Dort lagert sich neben dem sichtbaren Unterhautfett vor allem das viszerale Fett ab, das die inneren Organe wie Leber und Darm umhüllt.
Viszerales Fett ist deutlich gefährlicher als das Fett an Hüften und Oberschenkeln. Es ist hormonell aktiv und schüttet entzündungsfördernde Botenstoffe aus, die den Blutdruck, den Blutzucker und die Blutfette ungünstig beeinflussen. Studien verbinden ein hohes WHR mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und das metabolische Syndrom. Das WHR macht dieses verborgene Risiko mit einem einfachen Maßband sichtbar.
So messen Sie Taille und Hüfte richtig
Für ein verlässliches Ergebnis kommt es auf die richtige Messtechnik an. Messen Sie morgens, nüchtern und im Stehen mit entspanntem Bauch. Atmen Sie normal aus und ziehen Sie den Bauch dabei nicht ein. Verwenden Sie ein flexibles Maßband, das eng anliegt, aber nicht in die Haut einschneidet.
Den Taillenumfang messen Sie an der schmalsten Stelle zwischen unterster Rippe und Beckenkamm, in der Regel auf Höhe des Bauchnabels. Den Hüftumfang erfassen Sie an der breitesten Stelle des Gesäßes. Halten Sie das Maßband bei beiden Messungen waagerecht. Wiederholen Sie jede Messung am besten zweimal und notieren Sie den Mittelwert, um Ablesefehler auszugleichen.
Die WHO-Grenzwerte im Überblick
Die Weltgesundheitsorganisation hat geschlechtsspezifische Grenzwerte festgelegt, weil Frauen und Männer Fett von Natur aus unterschiedlich einlagern. Frauen speichern mehr Fett an Hüfte und Gesäß, Männer eher am Bauch. Die folgende Tabelle zeigt, ab welchem Verhältnis Ihr Gesundheitsrisiko steigt.
| Risikostufe | Frauen | Männer |
|---|---|---|
| Niedriges Risiko | unter 0,80 | unter 0,90 |
| Moderates Risiko | 0,80 bis 0,84 | 0,90 bis 0,99 |
| Hohes Risiko | 0,85 und mehr | 1,00 und mehr |
Liegt Ihr Wert im hohen Bereich, ist das ein deutliches Signal, den Bauchumfang aktiv zu senken. Bewegung, eine ballaststoffreiche Ernährung und der Verzicht auf zuckerhaltige Getränke wirken hier besonders gut.
Apfeltyp und Birnentyp: zwei Körperformen, zwei Risiken
Aus dem Taille-Hüfte-Verhältnis lassen sich zwei klassische Körperformen ableiten. Beim Apfeltyp sammelt sich das Fett vor allem am Bauch, das WHR ist entsprechend hoch. Beim Birnentyp lagert sich das Fett an Hüften und Oberschenkeln ab, das Verhältnis fällt niedriger aus.
Der Apfeltyp gilt als die gesundheitlich ungünstigere Form, weil das bauchbetonte Fett mit dem gefährlichen viszeralen Fett einhergeht. Der Birnentyp ist mit einem geringeren Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Diese Einordnung gilt für Frauen* und Männer* gleichermaßen, lediglich die Grenzwerte unterscheiden sich. Ihre grundlegende Körperform ist genetisch mitbestimmt, der Anteil an Bauchfett lässt sich aber durch Lebensstil deutlich beeinflussen.
WHR, BMI und Bauchumfang im Vergleich
Der Body-Mass-Index (BMI) bewertet allein das Verhältnis von Gewicht zu Körpergröße und sagt nichts darüber aus, wo das Fett sitzt. Ein muskulöser Mensch kann einen hohen BMI haben, ohne ein erhöhtes Risiko zu tragen. Genau diese Lücke schließt das Taille-Hüfte-Verhältnis, da es die Fettverteilung berücksichtigt.
Der reine Bauchumfang ist ein weiteres einfaches Maß und korreliert ebenfalls stark mit dem viszeralen Fett. Er ignoriert jedoch die Körperstatur. Eine schlanke Person mit schmaler Hüfte wird anders eingeordnet als eine breit gebaute. Das WHR setzt beide Werte ins Verhältnis und gleicht diesen Effekt aus. In der Praxis ergänzen sich die drei Maße. Nutzen Sie das WHR und den Bauchumfang, um die Aussage des BMI Rechners um die entscheidende Information zur Fettverteilung zu erweitern.